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Aktuelles Projekt Volltextdatenbank frühneuzeitlicher Texte zur Philosophie --- Ein Digitalisierungsprojekt der European Society for Early Modern Philosophy/ Europäische Gesellschaft für frühneuzeitliche Philosophie Die im November 2004 in Hagen gegründete ESEMP hat es sich mit dem hier skizzierten Projekt zum Ziel gesetzt, frühneuzeitliche Texte zur Philosophie, die bislang noch nicht neu gedruckt worden und daher oftmals nur schwer verfügbar sind, der Forschung durch ihre Digitalisierung und anschließende Präsentation im Internet zugänglich zu machen. In dem vorliegenden Arbeitsplan sollen die hierfür notwendigen Arbeitsschritte kurz erläutert werden. 1. Recherche Als Grundlage der Literaturrecherche wird die Bibliographia philosophica vetus von Wilhelm Risse benutzt. Da dieses Werk zwar umfangreich, aber keineswegs vollständig und leider auch nicht fehlerfrei ist, wird die Recherche durch andere Bibliographien, v.a. aber durch eine intensive Suche in den nationalen und internationalen Bibliothekskatalogen ergänzt. Ausgehend von der thematischen Unterteilung der Bibliographia philosophica vetus werden die einzelnen Gebiete der Philosophie vorerst nacheinander bearbeitet. Dabei werden zunächst alle relevanten Schriften mitsamt allen ggf. unterschiedlichen Auflagen erfaßt und anschließend deren Präsenz in den deutschen und ggf. in internationalen Bibliotheken ermittelt. Bereits neu gedruckte Werke können aus lizenzrechtlichen Gründen nicht digitalisiert werden. Für die Digitalisierung sollen nach Möglichkeit Erstauflagen benutzt werden. (Einen Sonderfall bilden Werkausgaben.) Für den Bereich „Metaphysik“ ist dieser Arbeitsgang bereits abgeschlossen; der Bereich „Doxoscopia“ ist z.Zt. in Arbeit. 2. Kontaktieren der relevanten Bibliotheken Ausgehend von den Erkenntnissen der Recherche zum Bereich „Metaphysik“ wurde eine Liste von Bibliotheken erstellt, deren Bestände sich durch einen mehr oder weniger großen Anteil an frühneuzeitlichen Schriften auszeichnen. Mit diesen Bibliotheken ist die ESEMP in Kontakt getreten und bemüht sich, sie zur Mitarbeit an diesem Projekt zu gewinnen. Bislang wurden ca. dreißig Bibliotheken und Archive unterschiedlicher Größe angeschrieben. Bis zum 05.04.05 haben bereits 20 Bibliotheken ihre Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert. – Welche Bücher aus welcher Bibliothek für die Digitalisierung herangezogen werden, läßt sich allerdings erst sagen, nachdem alle Bibliotheken die Anfrage der ESEMP beantwortet haben, da etliche Schriften in mehreren Bibliotheken vorliegen. Sobald wie möglich werden alle teilnehmenden Bibliotheken entsprechend informiert. 3. Anfertigung von Filmen (KB) durch die jeweilige Bibliothek In einigen Bibliotheken liegen bereits Verfilmungen relevanter Schriften vor; in diesen Fällen sind wir bemüht, die Filme zwecks Digitalisierung zu entleihen. Ist eine Herstellung der Filme noch nicht erfolgt, wird diese von der ESEMP bei der jeweiligen Bibliothek in Auftrag gegeben und ebenfalls von der ESEMP finanziert. Falls einer Bibliothek keine Möglichkeit zur Fotografie zur Verfügung steht, kann dieser Arbeitsvorgang in einer umliegenden Bibliothek oder in der ULB Münster erfolgen. Auf diese Weise sollen zwei Vorteile erzielt werden: (1.) Durch die zeitlich parallel erfolgende Erstellung der Verfilmungen in verschiedenen Bibliotheken kann dieser Arbeitsschritt wesentlich schneller erfolgen, als wenn die Herstellung der Verfilmungen ausschließlich in einer einzigen Bibliothek erfolgen würde. (2.) Da auf diese Weise der Großteil der Originale in seiner ‚Heimatbibliothek’ verbleiben kann, wird das Risiko einer physischen Beschädigung minimiert. In jenen Fällen, in denen eine Fernleihe notwendig ist, werden sämtliche versicherungstechnischen Maßgaben der kooperierenden Bibliotheken berücksichtigt werden; die Unversehrtheit der wertvollen jahrhundertealten Werke hat innerhalb des Digitalisierungsprojektes höchste Priorität. 4. Digitalisierung der Filme in Hagen Für die eigentliche Digitalisierung werden in Hagen entsprechende Geräte angeschafft, mittels derer Kleinbildfilme sowie APS-Filme gescannt werden können. Daher ist die vorherige Herstellung von Kleinbildfilmen sinnvoll. Nur im Notfall sollte die Digitalisierung mittels Fotokopien (DIN A4) erfolgen. Die einzelnen Seiten werden als Grafik-Dateien erfaßt; in welchem Format sie letztendlich präsentiert werden, d.h. ob z.B. als JPEG- oder PDF-Dateien, muß noch geklärt werden. 5. Erstellung von Kopien auf CD-ROM Von jedem Digitalisat werden zwei Kopien auf CD-ROM erstellt. Eine dieser Kopien erhält die Bibliothek (kostenfrei), aus der das Original bzw. der Film stammt; die zweite Kopie verbleibt als Sicherung im Digitalisierungsbüro der ESEMP in Hagen. 6. Präsentation im Internet Nach der Digitalisierung wird die jeweilige Schrift katalogisiert, so daß sie durch ein Suchfeld im Internet gefunden werden kann. Dabei werden die üblichen Suchfelder zur Verfügung stehen, d.h. es kann nach Autor, Titel, Erscheinungsjahr und -ort sowie nach Schlagworten gesucht werden. Die digitalisierten Schriften sollen sowohl über die Homepage der ESEMP wie auch über den Online-Katalog der Universitätsbibliothek der FernUniversität in Hagen, die uns bei der Katalogisierung behilflich sein wird, auffindbar sein. Ob jedem Werk eine Einleitung bzw. ein Vorwort vorangestellt werden soll, wird z.Zt. diskutiert. Jedem Werk wird ein Verweis auf die Bibliothek beigefügt (mit Signatur), die das jeweilige Original zur Digitalisierung bereitgestellt hat. (Darüber hinaus werden alle beteiligten Bibliotheken als Kooperationspartner der ESEMP auf der Homepage der ESEMP genannt werden.) 7. Wartung, Erweiterung etc. Sobald eine ‚präsentationswürdige‘ Menge an Digitalisaten (ca. 50+) vorliegt und die technischen Voraussetzungen geschaffen sind, soll die Präsentation der ersten Digitalisate erfolgen. Absicht der ESEMP ist es, die Internet-Präsentationen so zuverlässig wie möglich zu gestalten, so daß die Verweise auf die einzelnen Schriften als zitierfähig betrachtet werden können. Eine Erweiterung der Textdatenbank, z.B. durch die Einfügung von Bibliographien zu den einzelnen Autoren, wird im Augenblick ebenfalls diskutiert. Um der Forschung möglichst schnell den Zugang zu einer großen Anzahl von Texten bieten zu können, werden zunächst nationale Bibliotheken berücksichtigt. Später werden die unvermeidlichen ‚Lücken’ durch die Bestände internationaler Bibliotheken gefüllt. 8. Ziel Sinn und Zweck des Projektes ist die kostenfreie Bereitstellung frühneuzeitlicher Texte zur Philosophie für verschiedenste Interessengruppen. Gemessen an der Gesamtmenge solcher Texte in den verschiedenen Bibliotheken Europas mutet die Zahl neu gedruckter und leicht zugänglicher Werke sehr gering an. Die hierdurch verursachten, z.T. immensen Forschungslücken hoffen wir durch unser Projekt schließen zu können. Abschließend sei darauf hingewiesen, daß die digitale Erfassung frühneuzeitlicher Texte zur Philosophie ein Projekt enormen Ausmaßes darstellt, dessen Ende aufgrund der vorhandenen ‚Datenmenge‘ zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzusehen ist. Ziel des Projektes ist die möglichst umfassende Bereitstellung heute oftmals schwer zugänglicher und selten gewordener Werke, um der Erforschung der frühen Neuzeit, insbesondere der frühneuzeitlichen Philosophie, neue Impulse zu verleihen. |